OFM-Agentur-Vertrag: Checkliste für Creator vor der Unterschrift
Provision, Exklusivität, Account-Zugriff, Content-Rechte, Reporting, Kündigung und Pflichten nach Vertragsende verständlich prüfen.
Ein Management-Vertrag macht aus Verkaufsaussagen konkrete Pflichten. Diese Checkliste ist keine Rechtsberatung, hilft dir aber, Klauseln zu erkennen, die vor der Unterschrift eine klare Erklärung verdienen. Wenn der Vertrag wichtige Einnahmen, Account-Zugriffe oder langfristige Bindung betrifft, kann eine unabhängige rechtliche Prüfung sehr sinnvoll sein.
Vertragsparteien und rechtliche Identität
Der Vertrag sollte Creator und tatsächlichen Agenturbetreiber eindeutig nennen. Prüfe vollständigen Namen, Anschrift, gegebenenfalls Unternehmensdaten und wer berechtigt ist zu unterschreiben.
Nur ein Markenname oder Social Handle kann spätere Kommunikation und Durchsetzung unnötig erschweren.
Leistungsumfang
Der Vertrag sollte beschreiben, wofür die Agentur verantwortlich ist und was bei dir bleibt. Achte auf Details zu Content-Planung, Posting, Chatting, Marketing, Analytics, Personal und Reporting.
Wenn eine Leistung entscheidend für deine Zusage war, sollte sie nicht nur in der Sales-Nachricht, sondern im schriftlichen Scope auftauchen.
Provision und Berechnungsbasis
Kläre Prozentsatz, Währung, Abrechnungszeitraum und ob auf Brutto- oder Nettoeinnahmen gerechnet wird. Plattformgebühren, Refunds, Chargebacks, Steuern und Werbekosten können den tatsächlichen Betrag stark verändern.
Frage auch, wann Abrechnungen erstellt werden und welche Nachweise du sehen kannst.
Ausgaben und Freigabegrenzen
Eine Agentur sollte nicht unbegrenzt Kosten in deinem Namen erzeugen können. Vereinbare klare Freigaben oder Grenzen für Werbung, externe Mitarbeiter, Software und Produktion.
Laufzeit, Verlängerung und Kündigung
Identifiziere Startdatum, Mindestlaufzeit, automatische Verlängerung, Kündigungsfrist und den vorgeschriebenen Kündigungsweg. Trag dir wichtige Fristen nach der Unterschrift direkt in den Kalender ein.
Exklusivität
Exklusivität sollte Plattformen, Leistungen, Gebiet und Dauer klar definieren. Eine breite Klausel kann Nebenprojekte, Social-Media-Deals oder Webcam-Arbeit betreffen, auch wenn die Agentur diese gar nicht verwaltet.
Account-Zugriff, Sicherheit und Eigentum
Der Vertrag sollte dein Account-Eigentum schützen und regeln, wie Zugriffe, 2FA, Auszahlungseinstellungen und Rückgabe oder Löschung von Zugangsdaten beim Ende der Zusammenarbeit funktionieren.
Content- und Bildrechte
Kläre, wem neu produzierter Content gehört, welche Lizenz die Agentur bekommt und ob sie deine Bilder, Ergebnisse oder Screenshots für eigene Werbung verwenden darf. Marketing-Nutzung sollte konkret geregelt sein.
Grenzen, Freigaben und Kommunikation in deinem Namen
Wenn andere Personen in deiner Stimme kommunizieren, sollten verbotene Aussagen, Content-Grenzen, Freigaben und Qualitätskontrolle schriftlich geregelt sein.
Folgen der Kündigung
Prüfe, was mit Account-Zugängen, Medien, geplanten Posts, offenen Zahlungen und laufenden Abonnentenbeziehungen passiert. Achte besonders auf Nachprovisionen, Wettbewerbs- und Abwerbeklauseln.
Streitigkeiten und anwendbares Recht
Internationale Verträge können ein bestimmtes Recht, Gericht oder Schiedsverfahren festlegen. Verstehe, wo und wie ein Konflikt geklärt werden müsste, bevor du dich bindest.
Fragen, die vor der Unterschrift beantwortet sein sollten
Bitte um Änderungen, wenn der schriftliche Vertrag nicht dem entspricht, was im Gespräch versprochen wurde.
- Kann ich die Provisionsberechnung an einem echten Beispiel erklären?
- Kenne ich frühestes Kündigungsdatum und genauen Kündigungsweg?
- Ist jede Exklusivität klar begrenzt?
- Bleiben Account-Eigentum und Recovery-Kontrolle bei mir?
- Sind Bild-, Content- und Marketingrechte konkret?
- Sind Grenzen und Freigaberechte dokumentiert?
Unterschreibe nicht nur, weil die Zusammenarbeit heute freundlich wirkt. Unterschreibe erst, wenn der Vertrag auch dann noch fair aussieht, wenn die Kommunikation später schwierig wird.